CDU Hofheim: Ja zur Bücherei – nur mit Wenn und Aber – Hofheimer Union fordert Überprüfung des Raum- und Nutzungskonzeptes der Bücherei

6. März 2012

CDU Hofheim will kleinere Bücherei mit klarer Fokussierung auf Leseförderung

5-Punkte-Plan vorgelegt 

Wie bereits bei der Haushaltsrede durch den CDU-Stadtverordneten Alexander Kurz angekündigt, hat die CDU Hofheim nun bezüglich des Neubaus von Bücherei und Stadtarchiv Position bezogen.

„Das Raum- und Nutzungskonzept der neuen Bücherei muss auf den Prüfstand“, fordert Christian Vogt, Vorsitzender der Hofheimer Christdemokraten und fügt hinzu: „Selbstverständlich stehen wir weiterhin zum Neubau und zum Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs, aber für die konkrete Umsetzung haben wir fünf Rahmenbedingungen formuliert.“ Dies alles auch unter dem Gesichtspunkt der aktuellen Hofheimer Haushaltslage.

Grundsätzlich wünsche man sich, dass die neue Bücherei nach Möglichkeit auf eine Geschossfläche des Neubaus beschränkt bleibe. Dies entlaste einerseits das Personal der Bücherei, wenn nicht zwei Etagen zu betreuen seien – wie in der derzeitigen Planung vorgesehen – und schaffe zudem Raum für andere Nutzungen des Gebäudes.

Damit einhergehe zweitens der Wunsch, die Büchereifläche von den derzeit vorgesehen 2.000 qm auf ca. 1.000 – 1.200 qm zu reduzieren.

Drittes strebt die Union eine Reduzierung des Medienbestands im Verhältnis zur Einwohnerzahl an. Vogt: „Wir haben bei unseren Recherchen festgestellt, dass vergleichbare Büchereien z.B. in Langen, Weiterstadt oder bei unseren Nachbarn in Kelkheim ein Medien zu Einwohner-Verhältnis von 1:1 oder sogar geringer aufweisen, hierauf sollten wir uns in Hofheim auch beschränken.“

In die nach dem CDU-Konzept freistehende Flächen soll viertens eine themenverwandte Fremdnutzung wie eine Lesefördereinrichtung, eine zentrale Medienstelle oder dergleichen einziehen. „Hier gilt es sich umfassend zu informieren und auch mit anderen Institutionen zu sprechen“, findet Vogt, der mit Blick auf die gegenwärtige Haushaltslage hinzufügt: „Eine Fremdnutzung, eine Kooperation mit anderen kommunalen Trägern sowie eine Öffentlich-Private-Partnerschaft reduziert auch die städtische Investitionssumme bzw. die Kosten und schafft gleichzeitig ein „Medien-Cluster“, den sich Hofheim als Kreisstadt verdient hat“. 

Um die Attraktivität der Bücherei weiter zu steigern, wünscht sich die CDU erweiterte Öffnungszeiten, vor allem in den Abendstunden. Erreicht werden soll dies jedoch ausschließlich unter Hinzuziehung von ehrenamtlichen Kräften. Ein Modell, wie der Vorsitzende betont, das vielerorts, nicht nur in den Stadtteilen Hofheims, bereits gängige Praxis sei.

Aber auch bei der inhaltlichen Ausrichtung der Bücherei will sich Hofheims stärkste politische Kraft positionieren. „Die Bücherei muss sich mehr auf ihre Kernaufgabe, die Leseförderung, vor allem für Kinder unter zehn Jahren konzentrieren, elektronische Medien wie Software oder Hörbücher sollten nur noch ergänzend angeboten werden, insoweit sie primär diesem Ziel dienen“, so der stellvertretende CDU-Vorsitzende Alexander Kurz, der jedoch betont: „Selbstverständlich halten wir aber an dem Projekt ‚onleihe’ fest und auch klar ist auch, dass eine Bücherei mit der Zeit gehen muss.“ Die Entwicklung hin zu elektronischen Büchern, sogenannten E-Books, dürfe und werde auch nicht an der Hofheimer Stadtmauer halt machen. CDU-Vorsitzender Vogt kündigte an, dass im kommenden Vierteljahr durch die Hofheimer Union eine Besichtigung eines Büchereineubaus in Weiterstadt und/oder Langen angeboten wird. „Diese beiden Büchereineubauten treffen den Zeitgeist und sind mit Weitsicht durch die dortige Stadtverwaltung konzipiert worden“, so der CDU-Stadtverordnete Ralf Blank, der sich in diese Thema eingelesen hat.

Der Hofheimer CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Henninger begrüßte den 5-Punkte-Plan seiner Partei und betonte, seine Fraktion werde diesen in die Stadtverordnetenversammlung einbringen. Er setze dabei auf eine breite Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung.