Finanzanalyse von Bürgermeister Schultze entlastet Amtsvorgänger Vogt
Hofheim. 30 Seiten stark ist die „Analyse der Finanzwirtschaft der Stadt Hofheim am Taunus, vertiefter Vergleich 2021 bis 2025“, die der Magistrat unter Leitung von Bürgermeister Wilhelm Schultze dem Akteneinsichtsausschuss der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt hat. Eine entscheidende Aussage, durch die rückblickend die undifferenzierten und zum Teil grenzwertigen Attacken gegen Altbürgermeister Christian Vogt in einem neuen Licht erscheinen, verbirgt sich auf Seite 28. In Bezug auf den Umstand, dass die negative Entwicklung der städtischen Finanzsituation im Jahr 2025 nicht absehbar war und auch für das verwaltungsinterne Controlling erst spät offenbar wurde, heißt es in dem Bericht: „Eine pauschale persönliche Verantwortungszuweisung an den damaligen Bürgermeister lässt sich aus der Aktenlage nicht ableiten“. Im Klartext: Die Rufmordkampagne, die den Kommunalwahlkahlkampf maßgeblich geprägt hatte, basierte im Wesentlichen auf falschen Behauptungen.
CDU dankt Bürgermeister Schultze
„Ich bin dem Magistrat und insbesondere Bürgermeister Schultze für die detaillierte und umfassende Aufarbeitung der finanziellen Situation der Stadt Hofheim ausgesprochen dankbar“, kommentiert Jens Fleck, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands, den Magistratsbericht. „Das Bild stellt sich wesentlich differenzierter dar, als es in den letzten Monaten öffentlich diskutiert wurde.“
Denn der Bericht macht deutlich, dass es für die sich stetig verschlechternde Finanzsituation der Stadt keine einzelnen Gründe gibt, sondern eine Vielzahl von Faktoren: „Wesentliche externe Kostentreiber waren Lieferketten- und Energiekrise, Inflation, Tarif- und Besoldungsanpassungen, Fachkräftemangel und Zinswende; ab 2022 kam als eigener Mengeneffekt die stark gestiegene Unterbringung geflüchteter und obdachloser Personen hinzu.“ Außerdem stieg die Kreis- und Schulumlage deutlich an: 2025 musste die Stadt hierfür 12,9 Millionen Euro mehr aufwenden als vier Jahre zuvor. Zugleich fielen auf der Einnahmenseite beispielsweise die Schlüsselzuweisungen des Landes allein im Jahr 2025 um rund 6,5 Millionen Euro niedriger aus. Andreas Hegeler, Co-Fraktionsvorsitzender der Hofheimer CDU, stellt fest: „Diese Mehrausgaben und Mindereinnahmen konnte kein Stadtpolitiker vorhersehen oder beeinflussen – auch der frühere Bürgermeister nicht.“ Vor diesem Hintergrund seien die einseitigen Schuldzuweisungen der letzten Monate vollkommen unangemessen. „Dies regelrechte Rufschädigung war völlig unangemessen und ehrabschneidend. Die nüchterne Analyse in dem vorliegenden Bericht kommt zu einer sehr differenzierten Sicht der Dinge.“
Mehr Aufgaben = mehr Personal
Auch der unter anderem von der SPD-Fraktion im Hofheimer Stadtparlament erhobene Vorwurf, Alt-Bürgermeister Vogt habe zu viel Personal eingestellt, wird in dem Bericht entkräftet: „Daneben belegen die Stellen- und Haushaltsunterlagen echte Aufgabenmehrungen, unter anderem bei Kinderbetreuung, Digitalisierung, Bürgerdiensten, Sicherheit, Flüchtlings-/Obdachlosenhilfe sowie Bau- und Liegenschaftsaufgaben.“
Späte Information hat die Krise nicht verursacht
Zu dieser differenzierten Sicht gehört auch, dass in der Amtszeit des ehemaligen Bürgermeisters auch Fehler gemacht wurden. „Rückblickend lässt sich natürlich leicht feststellen, dass es 2024 erste Warnsignale gab und die Information über die Finanzlage erst spät erfolgt ist“, sagt Michael Müller, Co-Fraktionsvorsitzender der Hofheimer CDU. So wurden laut Magistratsbericht die Informationen innerhalb der Verwaltung nicht zeitnah zu einem „einheitlichen, belastbaren Gesamtbild zusammengeführt“. Doch die Analyse stellt auch fest: „Die verspätete Berichterstattung hat die Finanzkrise nicht verursacht.“
Der Bericht ändert nichts an der Finanzsituation der Stadt Hofheim, die sich wie viele andere Kommunen in Hessen und deutschlandweit extrem schwierig darstellt und mit schmerzhaften Einschnitten sowie Mehrbelastungen für die Bürgerinnen und Bürger verbunden ist. Doch er belegt eindeutig, dass die einseitigen Schuldzuweisungen in Richtung des ehemaligen Bürgermeisters jeglicher Grundlage entbehrt. Vielleicht ringen sich diejenigen, die Christian Vogt in den letzten Monaten durch falsche Unterstellungen gezielt diskreditiert und sogar ein formelles Disziplinarverfahren angestrengt haben, jetzt zu einer Entschuldigung durch – was zweifellos angemessen wäre.
(Die Vorlage „Analyse der Finanzwirtschaft der Kreisstadt Hofheim am Taunus finden Sie online unter:
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